Anthropomorphisierung zweiter Ordnung

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Anthropomorphisierung zweiter Ordnung (second-order Anthropomorphism) beschreibt nach Karl (2026) eine reflexive Beobachtungsebene, auf der nicht die KI selbst vermenschlicht wird, sondern der Akt der Zuschreibung als menschliche Deutungsleistung erkannt und analysiert wird. Im Fokus steht dabei der Mensch als Konstrukteur von Bedeutung: Es wird untersucht, warum, unter welchen kulturellen, sprachlichen und situativen Bedingungen anthropomorphe Zuschreibungen entstehen. Im Kontext von KI umfasst dies insbesondere Rückkopplungseffekte, bei denen KI-Systeme kulturell dominante Vorstellungen von Intelligenz reproduzieren und stabilisieren, ohne selbst neue Bedeutungen zu erzeugen. Anthropomorphisierung zweiter Ordnung ist analytisch und deskriptiv angelegt und dient der kritischen Reflexion menschlicher Wahrnehmungs- und Interpretationsmuster.

Karl, C. [Christian K. Karl]. (2026). Anthropomorphisierung von KI: Wenn KI sich selbst vermenschlicht [Journal-Beitrag]. 26.01.2026. BauVolution, ISSN 2942-9145. online verfügbar

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