Hybride Arbeitsmodelle und deren Auswirkungen

Die Covid-19-Pandemie hat einen (notwendigen) Wandel in der Arbeitswelt ausgelöst, bei dem Remote-Arbeit, hybride Arbeitsmodelle wie auch flexible Arbeitsmöglichkeiten an Bedeutung gewonnen haben.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, deren Tätigkeiten für hybride Arbeitsmodelle geeignet sind, arbeiten seit dem häufiger im Home-Office. Das gilt sowohl für mich als Mitglied einer Lehr- und Forschungseinrichtung als auch für Personal in Wirtschaftsunternehmen.

Diese Entwicklung hat Auswirkung auf die Arbeitsplatzgestaltung wie auch die Nachfrage nach Büroflächen und langfristig die Standortwahl von Organisationen.

Ich bitte zu beachten, ich schreibe bewußt von hybriden Arbeitsmodellen, denn es geht nicht darum einfach die Arbeit dauerhaft „nach Hause“ zu verschieben.

Und das aus folgendem Grund: Je nach Anspruch der Organisation muss ggf. eine regelmäßige persönliche Ansprechbarkeit und die Begegnung „vor Ort“ realisierbar bleiben. Ich erachte gerade die persönliche Begegnung und den formellen wie auch informellen Austausch für sehr wichtig zur Schaffung und Erhaltung eines funktionierenden Miteinanders.

Das bedeutet, dass das persönliche Miteinander und der Austausch mit Kolleginnen, Kollegen und Führungskräften trotz hybrider Arbeitsmodelle möglich sein sollte. Und von einer Welt wie z.B. im Film „Surrogate“ mit Bruce Willis sind wir noch etwas entfernt (Ob wir das in der Art wirklich wollen, sei mal dahingestellt.).

Hybride Arbeitsmodelle und die Nachfrage nach Büroflächen

Der zugenommen Einsatz von Remote-Arbeit hat die Art und Weise verändert, wie Organisationen Büroflächen nutzen. Gründe, die Auswirkungen auf die Nachfrage nach Büroflächen haben, sind:

  1. Flächenoptimierung: Organisationen haben begonnen, ihre Büroflächen zu optimieren bzw zu reduzieren, da nicht mehr alle Mitarbeitende gleichzeitig im Büro anwesend sind. Das führt zwangsläufig dazu, dass die Nachfrage nach großen und teuren Büroflächen zurückgeht.
  2. Flexibles Bürokonzepte: Flexible Bürokonzepte, wie Co-working Spaces und Shared Offices, gewinnen immer mehr an Bedeutung. Diese Konzepte bieten Organisationen die Möglichkeit, flexible Arbeitsplatzlösungen zu nutzen, ohne langfristige Mietverträge abzuschließen.
  3. Dezentralisierte Standorte: Organisationen richten zunehmend dezentrale Bürostandorte ein. Damit erfüllen Sie die Bedürfnisse von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, beispielsweise die Entfernung zum Wohnort zu minimieren oder den Wunsch nach Remote-Arbeit. Dies erhöht die Nachfrage nach kleineren Büroflächen in verschiedenen Stadtteilen.

Hybride Arbeitsmodelle und die Arbeitsplatzgestaltung

Hybride Arbeitsmodelle, bei denen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowohl remote als auch im Büro arbeiten, haben Auswirkungen auf die Gestaltung von Arbeitsplätzen. Drei besonders relevante Punkte sind:

  1. Flexibilität in der Arbeitsplatzgestaltung: Organisationen gestalten Büros immer flexibler, um den Bedürfnissen der Belegschaft gerecht zu werden. Die Einrichtung von flexiblen Arbeitsbereichen und Sitzungszimmern wird immer mehr umgesetzt.
  2. Technologische Infrastruktur: Die Verbesserung der technologischen Infrastruktur in Büros, wie High-Speed-Internet und Videokonferenzsysteme, ist erforderlich, um die Kommunikation zwischen Remote-Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vor Ort zu unterstützen.
  3. Mitarbeitererlebnis: Die Arbeitsplatzgestaltung konzentriert sich stärker auf das Mitarbeitererlebnis, um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu motivieren und zu binden, unabhängig davon, wo sie arbeiten. Das bedeutet auch, dass sich Führungsmodelle und Führungsprinzipien anpassen müssen. Dafür gibt es bereits Angebote von internen und externen Führungskräfteschulungen.

Hybride Arbeitsmodelle und die Anforderungen an die Standortwahl

Die Nachfrage nach Büroflächen und die Wahl von Bürostandorten haben sich durch hybride Arbeitsmodelle ebenfalls verändert:

  1. Vorortbüros: Organisationen wählen Standorte in Vororten oder außerhalb von Innenstädten, um Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine bessere Erreichbarkeit und eine angenehmere Arbeitsumgebung zu bieten. Zudem sind Vororte oftmals günstiger in der Anmietung.
  2. Flexible Standorte: Flexible Büroanbieter ermöglichen Organisationen die kurzfristige Anmietung von Büroflächen. Da führt zu einer erhöhten Flexibilität bei der Standortwahl.
  3. Wettbewerbsfähigkeit von Städten: Städte konkurrieren verstärkt darum, attraktive Standorte für Organisationen zu sein. Das geschieht beispielsweise durch Anreize wie steuerliche Vergünstigungen und Infrastrukturverbesserungen.

Und nun?

Die Covid-19-Pandemie hat in der Tat einen aus meiner Sicht notwendigen Wandel in der Arbeits- und Lebenswelt ausgelöst. Es zeigt sich, dass die vermehrte Nutzung von hybriden Arbeitsmodellen und flexiblen Arbeitsmöglichkeiten einen deutlichen Einfluss auf die Nachfrage nach Büroflächen, die Gestaltung von Arbeitsplätzen und die Standortwahl hat.

Dieser Wandel wird langfristige Auswirkungen auf die Immobilienbranche und die Art und Weise haben, wie Organisationen ihre Büroumgebungen nutzen. Da spielt auch das Thema Co-Working Spaces eine wichtige Rolle.

Sowohl Unternehmen als auch öffentliche Einrichtungen haben bereits Anpassungen vorgenommen, durch die sich Mitarbeitende z.B. zeitlich geregelt Büroarbeitsplätze vor Ort teilen sofern Sie nicht im Home-Office sind.

Zudem ist eine regelmäßige, persönliche Weiterentwicklung sowohl für die Mitarbeitenden als auch für die Führungskräfte erforderlich, um mit den Veränderungen durch das hybride Arbeiten umgehen zu können.

Schlagwörter: Remote-Arbeit, hybride Arbeitsmodelle, flexible Arbeitsmöglichkeiten, Büroflächen, Arbeitsplatzgestaltung, Standortwahl, Home-Office.

Diesen Beitrag zitieren: Karl, C. [Christian K. Karl]. (2024). Hybride Arbeitsmodelle und deren Auswirkungen [Blog-Beitrag]. 09.01.2024. BauVolution, ISSN 2942-9145. online verfügbar

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